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Mit Anlauf aufs Stilfser Joch

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Das Stilfser Joch

„Die ‚Königin der Passstraßen‘ und ‚Höchster Rummelplatz Europas‘ sind die beiden meistgebrauchten Beinamen des Stilfser Jochs. Unbestritten ist, dass es sich mit 2757 m Höhe nicht nur um den höchsten Straßenpass Italiens handelt, sondern … nach dem Col de l’Iséran um die zweithöchste Passstraße der Alpen, und dass die klassische 48-Kehren-Auffahrt von Prad wohl zu den bekanntesten und prestigeträchtigsten Anstiegen Europas gehört. Nebenbei bemerkt ist das Stilfser Joch hier auf quaeldich.de der am häufigsten aufgerufene Pass und derjenige mit den meisten Highscore-Einträgen.“

Aha, zusammengefasst sieht das also so aus:

  • 2.757 m hoch

  • 48 Kehren

  • Höchster Pass Italiens

  • Zweithöchster Pass der Alpen

  • Sehr prestigeträchtig

OK, das klingt nach einer Herausforderung für einen vergleichsweise schwergewichtigen Flachlandtiroler wie mich. Diesen Pass muss man mindestens einmal im Leben raufgefahren sein...

...Da stehen sie, der orangefarbene Lamborghini Huracán, der mich kurz vor dem Schlussanstieg überholt hatte, der rote 911er Porsche der nach Kehre 7 vorbeigeschossen war, der silberne Audi R8, den ich mit seiner Sportauspuffanlage schon Kilometerweit hinter mir gehört hatte, bevor er vorbeigedonnert war, die Gruppe der coolen Harleys und jetzt auch mein schwarzes Rose X-Lite Six Disc. Ich möchte nicht tauschen! OK, der Lambo wäre schon auch nicht schlecht…

Ich bin stolz. Habe Gänsehaut. Einen Kloß im Hals. Tränen kullern die Wangen runter, was wegen des Schweißes niemand sieht. Der Blick geht hinunter zu den wohl am häufigsten fotografierten Serpentinen der Alpen. Jede einzelne hat meinen Schweiß gefordert. Der Blick geht nicht nur ins Tal hinunter. Er geht bis in das Ötztal, wo ich gestern schon das Timmelsjoch bezwungen hatte. Er geht ins Inntal, in dem ich stundenlang dem Inn bei herrlicher Landschaft gefolgt bin. Er geht zurück ins Voralpenland, in die Fränkische Schweiz, in den Thüringer Wald und den Harz. Schließlich sehe ich am Horizont die Flensburger Förde. War ich dort wirklich vor 10 Tagen losgefahren? Was hatte ich alles erlebt in dieser Zeit! Höhen und Tiefen, Euphorie und Zweifel. Wie im richtigen Leben. Es durchströmt mich eine innere Zufriedenheit, wie man sie nur ganz selten spürt. Ich musste niemandem etwas beweisen. Ich habe das nur für mich gemacht....

Scheuer will Deutschland
zum Fahrradland machen!

Süddeutsche Zeitung, 27.04.2021.

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